Problemhunde




 


Verhaltensweisen von Hunden lassen sich als Problemverhalten bezeichnen, wenn sie von uns Menschen als störend empfunden werden. Doch selbst wenn wir hündisches Verhalten nicht tolerieren oder es als Fehlverhalten einschätzen, verhält sich der Hund nicht falsch.

Hunde tun das, was sie gelernt haben oder was sie für zweckmäßig und sinnvoll halten. Sie haben kein Rechtsempfinden, kennen keine Moral und können nicht zwischen richtig oder falsch unterscheiden.

Problemverhalten entsteht durch Missverständnisse in der Kommunikation und durch unsere Fehlinterpretation hündischen Verhaltens. Ursache hierfür sind meist Unwissenheit und Unwahrheit, die sich über Jahrzehnte fortgepflanzt haben.

Häufig versuchen wir, die Auswirkungen von Problemverhalten zu bekämpfen, ohne die Ursache zu hinterfragen. Zieht der Hund an der Leine, arbeiten wird daran, ihm das Ziehen an der Leine abzugewöhnen. Warum der Hund an der Leine zieht, wird meistens nicht hinterfragt.

Wir neigen dazu, die Fehler erst bei unserem Hund zu suchen, bevor wir anfangen, selbst die Verantwortung zu übernehmen. Bei Problemen, die wir nicht ändern können, heißt es dann, der Hund sei unerziehbar oder es liege an seiner Rasse. Aber meist liegt es an uns selbst, wie der Hund sich verhält.

Ihr Hund hat kein Problem. Er verhält sich richtig. Meist suchen wir nach Möglichkeiten, das Symptom des Fehlverhaltens abzustellen, fragen aber nicht nach der Ursache, die das Symptom auslöst.


  • Aggression ist kein Problem, sondern ein Symptom.
  • Zieht der Hund an der Leine, ist das nicht das ursächliche Problem, sondern nur ein Symptom.
  • Essen vom Tisch stehlen ist kein Problem, sondern ein Symptom.
  • Das Verbellen von Passanten am Gartenzaun ist kein Problem, sondern ein Symptom.

Tatsächliches Problemverhalten beim Hund ist lediglich bei psychischen oder organischen Erkrankungen erkennbar oder wenn artuntypisches Verhalten im Welpenalter geprägt wurde. Verhält sich ein Hund artuntypisch, liegt ein ernstzunehmendes Problemverhalten vor, welches in der Regel nicht durch eine Verhaltenstherapie zu beheben ist. In der Praxis handelt es sich hierbei zum Beispiel um Hunde, die während der Prägephase misshandelt wurden oder aufgrund eines gesundheitlichen Leidens schmerzbedingt atypisches Verhalten zeigen.

Macht es für einen Hund keinen Sinn, sich den Regeln eines Menschen unterzuordnen, wird er nach seinen eigenen Regeln leben. Ihr Hund setzt voraus, dass Sie die gleichen Ziele verfolgen wie er. Er kennt nur seine Welt, mit seinen Regeln und Zielen. Dass wir Menschen anders funktionieren, weiß er nicht. Da aus seiner Sicht das oberste Ziel des Sozialverbundes ist, Ressourcen zu sichern, wird er die Aufgaben übernehmen, die Sie nicht erledigen, um Ihre Schwächen auszugleichen und das Überleben des Rudels sicherzustellen.

In einem Rudel ergänzen sich die Tiere untereinander. Jedes Tier ist bestrebt, die Defizite in einem Rudel auszugleichen. So erhält die Gemeinschaft ihre Stärke und kann vereinnahmte Ressourcen sichern und neue Ressourcen erobern. Diese Strategie hat dem Hund über Jahrtausende das Überleben gesichert.

Ihr Hund weiß nicht, dass Ihre Nahrungsquelle nicht das Revier, sondern der Supermarkt ist und dass Sie Ihre Existenz sichern, weil Sie morgens zur Arbeit gehen und nicht das Revier kontrollieren, um Beute zu machen. Für ihn ist es nicht selbstverständlich, dass es geregelte Mahlzeiten gibt und auch noch jeden Tag. Für uns geht es schon längst nicht mehr darum, ob wir etwas zu essen bekommen, weil wir gelernt haben, die Ressource Nahrung zu kontrollieren. Was und wie viel wir essen, können wir selbst bestimmen. Für einen Hund sind diese menschlichen Privilegien nicht vorstellbar.


Problemverhalten resultiert nicht aus der Natur des Hundes, sondern aus den Fehlern, die wir im Umgang mit ihnen machen. Ursache jedes Problemverhaltens ist der Mensch.


Verstehen Sie die Natur des Hundes, ist es leicht, Problemverhalten zu vermeiden. In unseren Workshops und Therapien zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Problemverhalten Ihres Hundes richtig umgehen.